Bio aus dem Land der Mitte

Bio aus dem Land der Mitte

14.03.2019 in Travel

Ich hatte in diesem Jahr die Ehre unseren Einkauf zu begleiten, der mindestens einmal im Jahr unsere langjährigen Handelspartner in China besucht, um sich vor Ort ein Bild von den Anbau- und Arbeitsbedingungen zu machen. Der persönliche Kontakt in die Ursprungsländer wird bei Davert seit jeher groß geschrieben. Die Spiegelreflexkamera im Anschlag freue ich mich auf fünf außergewöhnliche Tage in China - mein erster Besuch in Asien überhaupt.

10.09.17 Anreisetag (Münster - Frankfurt; Frankfurt - Peking)

11.09.17 Anreisetag (Frankfurt - Peking); Treffen mit Peter Gänz von Naturland

Müde aber voller Erwartung erreiche ich am Montagnachmittag gemeinsam mit meinem lieben Kollegen Dennis endlich unser Hotel in Peking. Hinter uns liegen knapp 8.000 Kilometer Anreise, die mit einer Zugfahrt von meiner Heimat Münster nach Frankfurt a.M. am Sonntag Mittag begann.

In der Hotellobby begrüßt uns freudestrahlend Peter Gänz, ein Mitarbeiter von Naturland, der uns auf unserer Reise durch das Reich der Mitte begleiten wird. Mit einem jetlag in etwa der Größe der chinesischen Mauer legen wir im Hotel nicht etwa die Füße hoch, sondern machen uns nach dem einchecken direkt auf dem Weg nach “downtown” Peking. In der U-Bahn nicke ich natürlich umgehend ein und kann erst wieder klar denken, als ich mit Blick vom Jingshan Park die Verbotene Stadt fotografiere. WOW! - für diese Aussicht hat sich die Anreise schon gelohnt. China ist eine der ältesten Hochkulturen der Menschheit und die über 5.000 Jahre alte Geschichte des Kaiserreiches ist allgegenwärtig. Wir erkunden diese faszinierende Stadt mit ihren unzähligen (mittlerweile größtenteils elektrisch und geräuschlos angetriebenen) Motorrollern noch bis in die frühen Abendstunden und nehmen unser erstes chinesisches Abendessen ein (Maultaschen mit undefinierbaren Inhalt). Ich falle gegen 22h tot ins Bett - Morgen früh um 5h geht der Wecker, damit wir unseren Inlandsflug bekommen…

12.09.17 Flug von Peking nach Chaoyang; Besuch der Zhuluke Farm (Naturland Hirse)



Irgendwie schaffen wir es am nächsten Morgen pünktlich in den Flieger nach Chaoyang. Aus einigen tausend Metern Flughöhe erblicke ich sogar die chinesische Mauer (und lasse mir erklären, dass es nur ein Gerücht ist, dass man dieses monumentale Bauwerk aus dem Weltraum erkennen kann). Nach etwa einer Stunde setzt das Flugzeug unsanft auf der Landebahn auf.

Im Flughafen werden wir von sehr freundlich von Victor - Künstlername für westliche Kunden (a.d.R) - Wang empfangen, der in den kommenden Tagen unser Ansprechpartner, Dolmetscher und Fahrer sein wird. Mit dem Auto geht es zur mehrere Stunden entfernten Zhuluke-Farm. Hier möchten wir uns einen Eindruck von Wachstum und den Anbaubedingungen der Hirse machen, die wir seit vielen Jahren von beziehen. Wir nutzen den Besuch für persönliche Gespräche mit ansässigen Bauern und werden für eine kleine Pause in das Haus eines Farmers eingeladen. Aus erster Hand erfahre ich viel über die tagtäglichen Herausforderungen und die einfachen Lebensbedingungen der Menschen vor Ort. Unglaublich ist die Gastfreundschaft, die uns überall entgegengebracht wird. Im Garten habe die Gelegenheit frische Datteln vom Baum zu essen - köstlich!
 
13.09.17 Fahrt von Chaoyang nach Tongliao; Besuch der Keerqin Farm, Sub-Farm 1 (SBK, Mungb.)



Mittwoch, Tag 3 in China. Unser nächstes Ziel auf unserer Reise ist die Keerqin Farm in der Provinz Innere Mongolei: Auto - Rücksitz - 5 Stunden unglaubliche Weiten und Steppenlandschaft. Wir erreichen den ersten Hof der Keerqin-Farm. Huang Dongsheng und Li Jinghai begrüßen uns herzlich und servieren uns ein mongolisches Mittagessen, dass für mitteleuropäische “Flexitarier” wie mich etwas gewöhnungsbedürftig ist. Wir besichtigen Mungbohnen- und endlos-gelbe Sonnenblumenfelder. Beim Genuss von nahezu reifen Sonnenblumenkernen direkt aus der Blüte wird einem wieder bewusst, dass all unsere Produkte auf einem Feld wachsen und nur mit der Hilfe von fleißigen Bauern zu einem wertvollen Produkt für deutsche Küchen werden.

Am Nachmittag geht es mit geländegängigen Fahrzeugen durch die Steppenlandschaft. Herden von Ziegen und Pferden kommen mir vor die Linse. Wir lernen Bauern kennen, die noch nie einen Europäer mit blonden Haaren gesehen haben, “Nǐ hǎo!” Besonders in Erinnerung bleibt mir das  unglaubliche Licht in dieser Region zu dieser Jahreszeit. Hoffentlich konnte ich es in den Bildern einfangen.
 
14.09.17 Besuch der Ker’qin Farm, Sub-Farm 2 (Buchweizen); Fahrt nach Dalian

Am zweiten Tag in Tongliao besuchten wir den zweiten Hof der Keerqin-Farm. Hier wird hauptsächlich Buchweizen angebaut. Gemeinsam mit Farm-Leiter Yu Xin fahren wir raus auf die ausgedehnten Felder. Im Hintergrund recken sich grüne bewachsene Berge in den Himmel. Wir werden Zeuge der Buchweizenernte, die hier noch immer händisch per Sichel erfolgt.

Leider haben wir heute wenig Zeit für Feldbegehungen, denn mit dem Auto geht es heute 8 (!) Stunden Richtung Süden in die Küstenstadt Dalian zum Firmensitz unseres Lieferanten. Hier werden wir am Abend fürstlich empfangen und speisen an einem großen, runden Tisch direkt am Meer. Entsprechend vielfältig ist das Angebot an außergewöhnlichen Speisen, auf die ich hier besser nicht näher eingehe...

15.09.17 Besuch des Huaen-Hauptsitz in Dalian; Abreise (Dalian - Beijing)

Natürlich wird die Zeit am Firmensitz unseres Lieferanten hauptsächlich dafür genutzt, Ernteergebnisse zu analysieren, Qualitäten zu beurteilen und kommende Projekte zu besprechen. Die Besuche auf den Farmen werden reflektiert.

Zum Abschluss unserer Reise lerne ich die wunderschöne Hafenstadt Dalian kennen. Der Xinghai Square mit dem Blick auf eine unglaubliche Autobrücke im Meer verschlägt einem den Atem. Auch haben wir die Gelegenheit am Strand zu verschnaufen und Fotos von Bangchuidao Island zu machen.

Schon am Abend sitzen wir in unserem Flugzeug auf dem langen Weg zurück nach Deutschland. Es war eine unglaublich beeindruckende Reise, aber jetzt freue ich mich erst einmal auf mein eigenes Bett und ein Frühstück mit frischen Brötchen...

Euer Tino

 

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