Quinoa aus Bolivien

Bolivien Projekt

 

 

 

 

Bolivien Projekt

 

 

Ein kleines starkes Korn sorgt für Abwechslung auf den heimischen Tellern

Quinoa bzw. Quinua (Betonung liegt auf der ersten Silbe) findet sich im Lexikon auch unter „Kiwicha“. Quinoa gehört  - botanisch gesehen – zur Familie der Chenopodiaceae und ist ein Gänsefußgewächs. Seine Samen werden als Körner, seine Blätter als Gemüse genutzt.
Quinoa ist ein im Anbau eher anspruchsloses Korn, welches anfänglich ausschließlich dazu diente, den Hunger im Ursprungsland zu stillen. Denn Quinoa stammt aus Bolivien – einem der ärmsten Länder Südamerikas. Ist es da nicht paradox, dass gerade aus diesem Land ein Lebensmittel in ein reiches Industrieland importiert wird? Nein, denn nur so kann aktive Hilfe geleistet werden!
Bereits seit vielen Jahren verbindet die Davert GmbH eine partnerschaftliche Beziehung mit der Organisation IRUPANA in Bolivien. Diese 1987 durch Javier Hurtado gegründete Einrichtung hat sich auf die Aufbereitung und Verarbeitung von kontrolliert biologischen Lebensmitteln – wie Getreide oder Kaffee – spezialisiert. Zertifiziert wird sie dabei von der Kontrollstelle Bio-Latina. Bei den zuliefernden Kleinbauern handelt es sich mittlerweile um 1.500 Farmerfamilien, die von der Organisation sowohl im biologischen Anbau, als auch im kaufmännischen Bereich geschult und gefördert werden. Von diesen Familien betreiben allein 600 den Quinoaanbau! Für Ihre qualitativ hochwertigen Produkte bekommen die Landwirte eine wesentlich höhere Vergütung. Die Einrichtung IRUPANA legt größten Wert auf die Sensibilisierung der angeschlossenen Familien – sei es in Bezug auf die Umwelt oder in Bezug auf die eigene Ernährung. Vertrieben werden die biologischen angebauten und aufbereiteten Lebensmittel in Bolivien in eigenen IRUPANA-Supermärkten. Auch die dortigen Mitarbeiter sind besonders geschult. Sie sind nicht nur produktfachlich, sondern auch ernährungstechnisch sehr gebildet. Seit 2003 vermarktet IRUPANA die hochwertigen Produkte durch Exporte an internationale Unternehmen. Wir sind sehr stolz, in IRUPANA einen kompetenten Partner gefunden zu haben, der die Davert GmbH mit erstklassigem Quinoa versorgt.

 

Bolivien Projekt  

Bei dem Davert Quinoa handelt es sich um die außerordentlich hochwertige Sorte: „Royal“.
Die in Deutschland gehandelte Ware ist eher hell, dunkle Körnchen, die sich durch den Farbsortierer der Reinigungsanlage gemogelt haben, beeinträchtigen die Qualität nicht.
Ganz im Gegenteil, denn die dunklen Quinoakörnchen sind mineralstoffhaltiger als die hellen Körner und werden bei der Aufbereitung weitestgehend herausgefiltert. Die herausgefischten schwarzen Körner werden dann separat verkauft.
Auch roter Quinoa ist bekannt – manchmal finden sich noch kleine rosa Körnchen zwischen den hellen Quinoakörnchen – wobei es sich um eine eigenständige Sorte handelt, die überwiegend zum puffen genutzt wird.
Die einjährige, krautige Quinoapflanze kann bis zu 2 m hoch werden und wächst vor allem in der Hochebene Boliviens. Quinoa für Davert gedeiht rund um den Salar de Uyuni – ein riesiger Salzsee im westlichen Bolivien – auf einer Höhe von etwa 4000 m NN. Die Luft ist in dieser Höhe schon recht dünn und das Klima sehr trocken. Doch da Dürre und Frost der Pflanze nicht schaden, erzielen die Landwirte sehr gute Qualitäten und Ernteerträge. Die Quinoapflanze ist relativ anspruchslos. Sie wächst auf kargen, sandigen sowie teilweise salzigen Böden und verträgt intensive Sonneneinstrahlung. Schädlingsprobleme sind in diesen Höhenlagen glücklicherweise nahezu unbekannt. Quinoasamen weisen eine sehr günstige Aminosäurenzusammensetzung auf, so dass ihr Eiweiß hochwertig ist. Sie enthalten zudem viele ungesättigte Fettsäuren, wichtige Mineralstoffe und Spurenelemente. Durch Einweichen und Keimen erfährt die Saat einen deutlichen Anstieg der essentiellen Nährstoffe. Quinoa ist von Natur aus glutenfrei. Wer sich schon einmal mit Quinoa beschäftigt hat, weiß, dass es einen Bitterstoff enthält. Er zählt zu der Gruppe der Saponine und ist auch in verschiedenen anderen Früchten enthalten. In der Quinoasaat findet er sich in den äußeren Schichten des Korns. Die Natur hat es an dieser Stelle damit versehen, um Fraßfeinde abzuschrecken. Saponine wirken blutverdünnend. Es empfiehlt sich daher, Quinoa vor seiner Verwendung immer gründlich zu waschen. Mittlerweile gibt es saponinarme Sorten und zudem findet bereits im Ursprungsland eine erste mechanische Entfernung der Bitterstoffe statt. Die Sorge eventuell doch zu viele Saponine aufzunehmen, ist unbegründet, da durch den bitteren Geschmack des Stoffes die Saat ungenießbar wäre. Allerdings sollte Quinoa nicht in der Säuglingsernährung eingesetzt werden.

 

Bolivien Projekt  

Die Ernte findet je nach Klimabedingungen im April oder Mai statt, wobei der größte Teil der Ernte mühselig per Hand mit der Sichel erfolgt. Große Erntemaschinen gibt es bisher nur wenige. Die Quinoapflanzen werden nun zu großen Büscheln zusammengepackt und mehrere Tage in der Sonne getrocknet. Auch die weitere Verarbeitung das Dreschen, erfolgt sehr aufwendig per Hand. Die ungereingten Körner gelangen dann zu unserem IRUPANA-Partner in LA PAZ. Hier werden die Körner aufbereitet, sprich, sie werden umfangreich gereinigt, sortiert und verpackt: Zunächst wird das Korn mit Wasser gewaschen, um die bereits erwähnten Saponine weitestgehend zu entfernen. Anschließend wird das Korn getrocknet und intensiv mechanisch, in mehreren Stufen gereinigt. Später erfolgt eine letzte Prüfung und Nachsortierung per Hand. Selbstverständlich wird schon an dieser Stelle die Qualität der Ware genauestens geprüft, wobei Parameter wie Feuchtigkeit und Besatz analysiert werden. Die sorgfältig aufbereitete Ware wird nun in Davert Säcke verpackt und per Container nach Deutschland gebracht. In regelmäßigen Abständen besuchen Davert-Mitarbeiter der Bereiche Einkauf, Produkt- und Qualitätsmanagement unseren Partner in Bolivien persönlich vor Ort durchführen zu können.
Hierbei werden auch die angeschlossenen Farmerfamilien besucht und inspiziert, sowie die Verfrachtung begleitet. So können wir aus erster Hand die sehr gute Qualität und Verarbeitung garantieren. Mit IRUPANA Quinoa aus Bolivien wird nicht nur die Umwelt geschont und die dortige Bevölkerung unterstützt, sondern auch die eigene Gesundheit positiv beeinflusst.

Verwendungstipp:

Quinoa lässt sich vielseitig einsetzen: gekocht wie Reis als Beilage oder in Suppen und Eintöpfen (Vorteil: Quinoa hat eine wesentlich kürzere Garzeit als Naturreis!). Es eignet sich als Tortilla- oder Bratlingsgrundlage. Vermahlen findet es Verwendung in Aufläufen und leichten Teigen, wobei allerdings zu einem Viertel Weizenmehl zugesetzt werden muss. Auch geschrotet, flockiert oder auch gekeimt ist Quinoa ein vielseitiger Genuss.
Süßspeisen und Müslifreunde werden ebenfalls Gefallen an dieser Abwechslung finden.